Fr.. Feb. 13th, 2026

Die erfolgreiche Aufzucht von Küken beginnt lange vor dem Schlupf. In diesem Beitrag gebe ich eine praxisorientierte Anleitung zu Brut, Einsatz von Brutapparaten, optimalen Aufzuchtbedingungen und auf typische Fehler, die in der ersten Lebenswoche vorkommen können. Ziel ist es, auch Einsteigern eine zuverlässige Orientierung zu bieten.

incubator chicks

1. Vorbereitung und Auswahl der Eier

Nur gesunde, saubere und unbeschädigte Eier aus gut ernährten Elterntieren ergeben hohe Schlupfraten. Achten Sie auf korrektes Lagern: kühl (ca. 12–15 °C), jedoch nicht zu kalt, und mit der stumpfen Seite nach oben. Vor dem Brüten sollten Eier maximal 7 Tage alt sein, länger gelagerte Eier verlieren an Schlupfrate.

2. Der Brutapparat: Typen und Einstellungen

Es gibt zwei Haupttypen von Brutapparaten: statische und rotierende (mit automatischer Wendung). Wichtige Parameter:

  • Temperatur: Hühnerküken benötigen konstant 37,5–37,8 °C während der Inkubation (sollte am Punkt des Embryos gemessen werden).
  • Luftfeuchtigkeit: In den ersten 18 Tagen ca. 50–55 % relative Feuchte, in den letzten 2–3 Tagen (Stellperiode) erhöhen auf 65–75 %.
  • Wendung: Mindestens 3–5 Mal täglich, besser stündlich oder automatische Wendung. Kein Wenden in den letzten 2–3 Tagen vor Schlupf.

3. Inkubationsverlauf

  1. Tag 0–7: Embryonalentwicklung; kontrollieren, ob Temperaturschwankungen auftreten.
  2. Tag 8–18: Rasches Wachstum; regelmäßig Ausleuchten (Ovoscopie) kann Vitalität zeigen.
  3. Tag 19–21: Stellperiode, Wenden stoppen, erhöhte Feuchte, Ruhe vor dem Schlupf.

4. Schlupf und direkte Nachsorge

Lassen Sie die frisch geschlüpften Küken einige Stunden im Brutapparat trocknen. Vermeiden Sie unnötige Störungen. Erst wenn die Küken vollständig trocken und aktiv sind, können sie in die Wärmebrutbox gebracht werden. Die ideale Temperatur in der ersten Woche beträgt ca. 33–35 °C unmittelbar unter der Wärmelampe, mit einem Grad Absenkung pro Woche.

5. Aufzuchtbedingungen für Küken

  • Temperatur und Wärmequelle: Wärmelampe, Heizplatte oder spezielle Heizstrahler. Achten Sie auf Zugfreiheit.
  • Platzbedarf: In Woche 1 etwa 200–300 cm² pro Küken, später erhöhen.
  • Stallboden: Antirutschunterlage, sauberes Einstreu (z. B. Hobelspäne), regelmäßiger Wechsel.
  • Futter und Wasser: Spezielles Kükenanfangsfutter (Starter), Frischwasser jederzeit verfügbar, flache Tränken gegen Ertrinken.
  • Belüftung: Gute Frischluftzufuhr ohne Zug sorgt für gesunden Luftaustausch.

6. Typische Fehler in der ersten Lebenswoche

Viele Verluste sind vermeidbar. Häufige Fehler:

  • Falsche Temperatur: Zu kalt führt zu Apathie und Ansammlungen unter der Wärmelampe; zu warm verursacht Stress und Dehydrierung.
  • Unsaubere Haltung: Schimmel, nasse Einstreu und kontaminierte Tränken verursachen Durchfall und Infektionen.
  • Ungeeignetes Futter oder fehlendes Wasser: Küken brauchen baldmöglichst Zugang zu Futter und frischem Wasser; Mangel zeigt sich schnell.
  • Überfüllung: Erhöht Verletzungsrisiko und Stress, fördert Verdrängung und ungleichmäßige Wärmeaufnahme.
  • Mangelhafte Hygiene beim Schlupf: Hände, Geräte und Brutapparat sorgfältig reinigen und desinfizieren.

7. Beobachtung und Gesundheitskontrolle

Kontrollieren Sie täglich Verhalten, Federkleid, Kot und Gewichtszunahme. Kühne oder apathische Küken getrennt behandeln und die Ursache (Temperatur, Energiezufuhr, Infektion) klären. Bei Anzeichen von Krankheiten Tierarzt oder Geflügelexperten hinzuziehen.

8. Kurze Checkliste fürs Brüten

  • Eierauswahl und Lagerung: maximal 7 Tage alt
  • Brutapparat: korrekte Temperatur und Feuchte
  • Wendung: regelmäßig bis Tag 18
  • Saubere Schlupfumgebung
  • Aufzuchtbox vorbereitet: Wärme, Futter, Wasser, Einstreu

Fazit

Erfolgreiches Brüten und die anschließende Aufzucht von Küken hängen von sorgfältiger Vorbereitung, stabilen Umweltbedingungen im Brutapparat und sauberer, gut durchdachter Pflege in den ersten Tagen ab. Viele Fehler lassen sich durch Beobachtung, Hygiene und vor allem einer konsequenten Kontrolle von Temperatur und Feuchte vermeiden. Mit Geduld und Sorgfalt können Hobbyhalter wie auch kleine Züchter hohe Schlupfraten und vitale Küken erreichen.

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4 dachte über “Brut, Aufzucht und Kükenpflege: Praxisleitfaden für erfolgreiches Brüten” nach

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